
Soviel vorab, der Name Stötteritz leitet sich nicht davon ab, dass alle Einwohner des Redens nicht mächtig sind, sondern stammt vom Sorbischen „stodor“, was soviel bedeutet wie „seichter Acker auf Felsengrund“. Mmh, auf Felsbrocken oder Gebirge stößt man zwar nicht, wenn man ein
paar Bahnstationen aus dem Zentrum Richtung Rathaus Stötteritz fährt, dafür begegnet man aber vielleicht Stefanie und Sebastian, die im höchstgelegenen Ortsteil von Leipzig wohnen - und dann auch noch im Dachgeschoss.
Etwas aus der Puste kommt man schon, wenn man die Wohnungstür der angehenden Psychotherapeutin und des Lehramtsstudenten für Spanisch und Englisch erreicht, dafür wird man aber durch die Herzlichkeit beider sofort entschädigt. Das Pärchen hat sich während eines Schüleraustauschs in Chile kennen gelernt. Sebastian zögerte anschließend nicht lange, seiner Freundin nach Deutschland zu folgen.Â
Vor mir öffnet sich eine helle, freundliche Dachgeschosswohnung mit Balken und Balkon, aber ohne Türen. Ich nehme in einem großen Sessel Platz und stelle munter meine Fragen:
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Wie lang wohnt ihr schon hier und wie seid ihr dazu gekommen?![]()
Stefanie beginnt: „Zum Wintersemester 2007 sind wir von Göttingen nach Leipzig gezogen und haben uns panisch fünf verschiedene Wohnungen angeschaut. Diese Wohnung war kurz davor, von einer Maklerin ins Internet gestellt zu werden - da mussten wir zuschlagen.“
Sebastian, der ursprünglich aus Chile kommt, wirft ein:
„Wir sind nach Leipzig gezogen, weil es hier keine Studiengebühren gibt, außerdem schätzen wir die günstigen Mietpreise.“
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Nennt uns fünf Sachen, die für euch das „must have“ einer Wohnung sind!
Stefanie und Sebastian schauen sich fragend an, sprudeln aber kurz darauf los.
Stefanie: „Parkett...und....Stuck.“ ![]()
           Ohooo.
Sebastian: „Große Flügeltüren?“
           Mmhh. Ihr habt ja keine...
Stefanie: „Und ein Bad mit Fenster!“
Sebastian: „Eine Baaaaadewaaaannne!“
           Oh, ja. Wer wünscht sich das nicht?!Â
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Eigentlich sind das zwar schon fünf - aber wir wollen der Fantasie der beiden keine Grenzen setzen.
Stefanie: „...eine Gegensprechanlage mit Kamera.“
           Achso? Und?
Sebastian: „Und nette Nachbarn.“
            Genug gewünscht. Auf zur nächsten Frage!
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Warum denn jetzt eigentlich Stötteritz? Was ist das Besondere hier?
           Sebastian, der zuvor VWL studiert hat, kommt ins Schwärmen:
„ Als ich hier her gekommen und aus der Bahn ausgestiegen bin, wusste ich: Hier bin ich zu Hause. Gerade mit dem Hund ist die Nähe zu dem kleinen Park hier ideal.“
           Sagt er, obwohl Stötteritz vielleicht nicht die erste Wahl war?!
Stefanie: „Sicherlich wäre das Waldstraßenviertel auch nicht schlecht, aber hier haben wir unsere Märchengegend für viel weniger Geld. Es gab einfach keine schönere Wohnung.“
           Sebastian bedauert die fehlenden Kneipen:
„Ein typisches Studentenviertel ist es nicht, dafür hat man hier seine Ruhe.“ „Und gerade für Tiermediziner ist die Anbindung und Lage zur Uni ideal.“ ergänzt Stefanie.
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Was ist eurer Meinung nach wichtig, BEVOR, der Mietvertrag unterschrieben wird?
           Stefanie antwortet zugleich:
„Es ist wichtig, auf Mängel zu achten, führt eine Liste - am besten gleich mit der Maklerin.“ Sebastian fügt hinzu: „Man sollte sich nach dem günstigsten Internet- und Stromanbieter erkundigen und über das Viertel informieren.“
           Dafür sind wir ja auch da.
„Funktioniert die Heizung, gibt es einen Keller?“
           äußert sich Sebastian abermals, bevor Stefanie einwirft:
„Schaut nach, ob die Fenster dicht sind!“
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Zeigt mir doch einmal den besten Platz in eurer Wohnung!
Einstimmig zeigen beide auf den Sessel in dem ich sitze. Hund Paul schaut neidisch zu mir hinüber. Kurz darauf erwähnen sie aber noch ihr Bett und den Balkon.
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Wie sieht es hier mit der Infrastruktur aus?
Sebastian grinst: „Eigentlich gibt es hier alles. Wie du gesehen hast, ist die Bahn nur fünf Minuten entfernt, nicht weit weg ist auch eine Haltestelle des Zuges. Bäcker, Fleischer, Blumenläden - die wichtigsten Sachen sind da, nur ein Buchladen oder Kneipen fehlen.“ Stefanie ergänzt: „An Ärztehäusern mangelt es hier auch nicht.“
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Zum Abschluss: Die Stötteritz’sche Empfehlung in einem Satz!
Stefanie probiert sich: „Dieser Stadtteil ist etwas für Menschen mit Hund. Wer es gemütlich und ruhig mag, zieht nach Stötteritz.“
Gut, für manche Stadtteile muss man eben doch auf zwei Sätze zurückgreifen. Am besten aber, ihr schaut euch hier einfach selbst um.
Stötteritz ist mit der Linie 4, Richtung Stötteritz (wie sollte es auch anders sein) zu erreichen und immer einen Besuch wert.
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