Ausschweifend, kompliziert und langweilig – so ging es eben gerade nicht beim Wissenschaftlerwettbewerb „FameLab“ am 24. Januar zu, als insgesamt acht junge Nachwuchswissenschaftler auf der Kleinkunstbühne ihr Forschungsthema innerhalb von drei Minuten erklärten – sangen, tanzten oder leuchteten. Unter der großen Überschrift „Let’s talk science!“ lud die Uni Leipzig und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zum etwas anderen Fachaustausch. Mit auf die Bühne durfte nur, was die Jungforscher selbst am Körper tragen konnten.

Wissenschaftlerin Iris Kröger mit ihren Wasserflohhandpuppen zum Beute-Räuber-Schema [Foto: André Künzelmann (UFZ)]

Am Ende konnte sich ein Physiker-Duo der Uni Leipzig durchsetzen. Johannes Zierenberg und Matti Gralka sangen das Polymer-Lied nach der Melodie der Gummibärenbande, um die Strukturbeschaffenheit der chemischen Verbindung dem interessierten Publikum nahe zu bringen: „Polymere sind essentiell, egal ob sie steif sind oder flex-hi-bel".

Besonders interessant für die Nicht-Physiker im Raum war die Erläuterung zum Welle-Teilchen-Dualismus der Quantenmechanik: Wie stellt man sich so ein Elektron nun eigentlich vor – als „feste Billardkugel“ oder doch eher als „Welle, die manchmal durch die Wand gehen kann, aber nicht muss“? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, begegneten sich die beiden Physiker in der zweiten und letzten Wettbewerbsrunde als Reporter und Elektron.

Physiker-Duo Johannes Zierenberg und Matti Gralka mit dem Polymer-Song [Foto: André Künzelmann (UFZ)]

In biologische Sphären nahm eine Wissenschaftlerin vom UFZ das Publikum mit: „Dann ruft mich einmal im Jahr so ein Presse-Heini an und fragt, ob und wann wir in Deutschland mit Malaria zu rechnen haben.“ eröffnet Iris Kröger ihren kurzen Vortrag. Die Zuschauer hängen an ihren Lippen, um mit Erleichterung zu hören, dass bestimmte Faktoren (u.a. fehlende medizinische Versorgung, nicht vorhandene Quarantänemöglichkeiten und klimatische Bedingungen)  die Ausbreitung von Malaria begünstigen. In Deutschland herrsche aber derzeit keine Gefahr – hier sei es schlicht und einfach zu kalt. Am Ende landete die junge Forscherin auf Platz zwei des FameLab Sachsen.

Sachsen stand in diesem Jahr übrigens zum ersten Mal auf der Austragungsliste der FameLab-Wettbewerbe. Da bleibt nur, sich auf eine Fortsetzung zu freuen. Für die Sieger des diesjährigen Durchgangs geht es jetzt aber erst einmal zum Deutschlandentscheid nach Bielefeld und von dort nach Chelterham, England, wo es dann wirklich heißt: „Let’s talk science!“

Kommentare (2)
Antwort: "Let's talk science!"
geschrieben von Abenteuer FernOst, 15. Februar 2012
Liebe Adelina,

das FameLab hat in diesem Jahr zum ersten Mal Halt in Leipzig gemacht. Im vergangenen Jahr gab es die erste FameLab Germany Runde. Zuvor, nämlich seit 2005, wurde das Konzept aber bereits auf internationalem Boden ausgetragen. Die Idee dazu stammt ursprünglich aus Cheltenham, England, also dem Ort, wo nun auch das Finale stattfinden wird. Wir hoffen genauso wie du, dass es bald eine Fortsetzung geben wird. Der diesjährige Durchgang war auf jeden Fall spannend!
„Let’s talk science!“
geschrieben von Adelina Horn, 15. Februar 2012
Davon habe ich noch nie gehört. Klingt aber super spannend. Wann ist sowas denn mal wieder? Erinnert mich ein bisschen an die Nerd Nite mit noch höherem Entertainment-Faktor!

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