Der Countdown läuft. Übermorgen ist es soweit. Weihnachten! Der Stresspegel steigt, die Innenstadt erscheint voller denn je. Glühwein und Plätzchen hängen einem zum Hals raus und Weihnachtsgeschenke hat man auch noch keine. Weihnachten – das Fest der Liebe artet leider viel zu oft in ein Stressfest aus. Deswegen von mir ein paar Tipps für gestresste Studenten, die Weihnachten trotz der Hektik und des Konsumterrors genießen wollen.
Ein Hindernis der besonderen Art ist der Weihnachtsmarkt, der sich durch die gesamte Leipziger Innenstadt erstreckt. Als gestresster Student, der schnell von A nach B muss, zu allem Überfluss auch noch verschlafen hat und eben „schnell“ mal was besorgen muss, der Horror. Deswegen umfahre ich die Leipziger Innenstadt großräumig. Glühwein schmeckt selbstgemacht so und so viel besser und ist auch wesentlich preiswerter als auf dem Weihnachtsmarkt.
Weihnachtsdeko, die „Augenkrebs“ verursacht, sollte mit gesteigertem Besuch von Kunstausstellungen und dem vermehrten Anblick ästhetisch wertvoller Menschen, Gegenständen und Naturphänomenen behandelt werden.
Dem alljährlichen Weihnachtsmusik-Terror begegne ich mit Durchzug. Weihnachtsgedudel im Supermarkt oder Einkaufszentrum nehme ich schon gar nicht mehr wahr. Wenn ich mal Lust auf Besinnlichkeit und weihnachtliche Klänge habe, lege ich zu Hause für mich eine CD ein und lausche der Musik bewusst und in aller Ruhe.
Geschenkestress hab ich vor ein paar Jahren gemeinsam mit meiner Familie abgeschafft. Wir schenken uns nur etwas, wenn es Herzenswünsche sind oder wir auf etwas stoßen, was wir dem anderen unbedingt schenken wollen. Ansonsten gibt es nichts, außer einem gemütlichen Beisammensein unterm Baum. Gleiches gilt für die Besuche ferner Verwandter, von denen ich das ganze Jahr nichts höre. Warum dann zu Weihnachten? Dem weihnachtlichen Geist der Nächstenliebe sollte nicht nur zu Weihnachten nachgegangen werden, sondern das ganze Jahr gelebt werden. Also zu Weihnachten bloß nicht anfangen Gefühle zu heucheln, die das ganze Jahr nicht vorhanden sind.
Nachdem ihr das gelesen habt, müsst ihr wohl denken, dass ich zur Fraktion der Weihnachtshasser gehöre. Stimmt nicht - ich liebe Weihnachten! Ich liebe diese besondere Zeit, die geheimnisvoll und magisch daherkommt und mich an Kindertage erinnert, an denen ich mit Aufregung im Dezember ein Türchen nach dem anderen öffnete und es nicht abwarten konnte, dass endlich der Weihnachtsmann kommt. Ich versuche mir etwas davon zu bewahren, allerdings abseits von all dem Kommerz und der Heuchelei um Weihnachten. Weihnachten passiert in unseren Herzen.
In diesem Sinne: Eine gesegnete Weihnacht euch allen!
