„Sechstes Semester? – Sechstes Semester!“ Jedes Mal, wenn ich jemanden sage, wie weit ich in meinem Studium schon bin, wundere ich mich selbst darüber, wie schnell alles ging. Sechstes Semester, das heißt Bachelorarbeit … komme ich nicht gerade von meinem Abiball?
Mittlerweile bin ich nun doch schon drei Jahre in Leipzig. In einer Stadt, die man einfach lieben muss! Manchmal, wenn ich im Zug Richtung Brandenburg sitze, dort wo ich aufgewachsen bin, und die grünen Felder an mir vorbeirauschen, dann denke ich über die Frage nach: „Wie wäre mein Leben jetzt, hätte ich mich für eine andere Uni entschieden?“. Wie soll man denn überhaupt wissen, wo man hingehen soll? Kniffelige Fragen, auf die jeder seine eigenen Antworten finden muss.
Ich, die CampusBotschafterin der Uni
Als ich vor einigen Wochen von dem CampusBotschafter-Projekt der Uni erfuhr, dachte ich sofort an meine ehemalige Schule zurück. Bei diesem Projekt suchte die Uni Studenten, die Lust haben, an ihr altes Gymnasium zurückzugehen, um dort vom Studium in Leipzig zu berichten. Vielleicht halten mich einige für irre, weil ich gern an meine Schulzeit und an mein ehemaliges Gymnasium zurückdenke. Eine Musterschülerin war ich jedenfalls nicht. Aber ich fühlte mich einfach immer wohl an meiner Schule. Da ich jetzt mindestens genauso begeistert von meinem Studium in Leipzig bin wie von meinem Gymnasium, ist klar, dass ich den Schülern gern einmal von meinen Erfahrungen berichten wollte. Gesagt getan, im März fuhr ich vollgepackt mit Flyern und Broschüren in meine Heimat – Neuruppin in Brandenburg. Und das sogar als offizielle CampusBotschafterin der Uni Leipzig – verrückt, aber echt ganz schön cool.
Alles vertraut und doch anders
Dasselbe Gebäude, dieselben Stufen und doch wirkt alles anders und klein. Die riesigen Hörsäle in der Uni gewohnt, erscheint mir die Schule nun regelrecht winzig. Der Raum, in dem ich mit den Schülern spreche, nennt sich sogar „Hörsaal“ – welche Ironie. Doch im Unterschied zu den Uni-Hörsälen kann man hier die Gesichter der Personen in der letzten Reihe noch sehr gut erkennen.
Als ich anfangs versuche mit der neuen elektronischen Tafel zurechtzukommen, fällt mir bereits der Lärm auf dem Schulhof auf. Der in diesem Jahr doppelte Abschlussjahrgang feiert seine letzte Schulwoche. Das Motto lautet „Erster Schultag“. So laufen Mädchen mit Zöpfen und Schultüten, Jungs mit farbigen Ranzen über den Schulhof und führen eine Schlacht mit Wasserpistolen auf … nicht gerade der perfekte Zeitpunkt um sie für einen einstündigen Vortrag zu begeistern, denke ich. Es überrascht mich, dass es immerhin vier Schüler zu meiner kleinen Veranstaltung schaffen. Obwohl selbst diese eher zufällig in dem Raum sitzen und das Thema dann doch ganz spannend finden. Keiner der fragend dreinblickenden Schüler hatte an einer anderen Infoveranstaltung zum Thema Studium teilgenommen. Sie saugen jedes Wort nur so auf. Fragen zu Bewerbung, Wohnsituation, Ablauf des Studiums, Modulen, Auslandsaufenthalt und vielen anderen Themen sprudeln aus den Schülern nur so heraus und lassen auch mich manchmal kurz grübeln.
Zum Glück halte ich am selben Tag noch einen weiteren Vortrag. Diesmal vor immerhin etwa 20 Schülern des elften Jahrgangs. Diese wissen zwar noch viel weniger, was sie nach dem Abi machen wollen, lassen sich aber gern von mir inspirieren.
Die Antworten liegen in der Magengegend
Fazit: Es ist toll, von dem berichten zu dürfen, was einen selbst begeistert. Man fühlt sich ziemlich erwachsen, wenn man vor den Schülern steht. Außerdem denkt man selbst darüber nach, was man bisher alles geschafft hat. Dass man damit den Schülern ein ganzes Stück bei der schwierigen Suche nach vielen Antworten helfen kann, ist noch die Krönung. Die Distanz zu den Schülern ist so gering, dass sie sich sehr schnell trauen, Fragen zu stellen. Es ist noch gar nicht lange her, da saß ich selbst in diesen Reihen und das spürten die Schüler auch. So scherzten wir gemeinsam über den ein oder anderen Lehrer und die Schüler sahen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Wenn man seinem Bauchgefühl folgt, kann eigentlich nichts schief gehen.
Dieser Blogbeitrag wurde von der Studentin Sarah Wolff verfasst. Sie studiert im 6. Semester Kommunikations- und Medienwissenschaft als Bachelor of Arts an der Universität Leipzig.
Du studierst an der Uni Leipzig und möchtest auch als CampusBotschafter(in) an dein ehemaliges Gymnasium gehen? Dann schicke eine kurze E-Mail mit deinem Kontakt und deinem Studiengang an Cornelia Wächter aus der Zentralen Studienberatung,
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